Vorgestellt

Ehrlich gesagt, ich habe ziemlich hohe Ansprüche an das, was ich schreibe und von mir gebe. Ich glaube, dass vollkommene Texte durchaus existieren können – und so ärgere ich mich über jeden Fehler und jede Inkonsequenz. Es ist wieder einmal so weit: neuer Blog, neue Ideen, neue Vorsätze.

Die letzten Tage und Wochen ging es bei mir, zumindest im Bereich Twitter, Blogs & Co., etwas ruhiger zu. Das hatte vordergründig mit der Abgabe meiner Bachelor-Arbeit zu tun. Doch gleichzeitig wollte ich die Entwicklungen einmal ein wenig aus der Distanz verfolgen. So mischte ich mich beispielsweise in keine einzige Diskussion um und über PEGIDA ein.

Spätestens nach den Anschlägen von Paris fehlten mir die Worte dann jedoch gänzlich, ob ich wollte oder nicht. Auch für mich waren das unfassbare Tage und die Reaktionen von den politischen Rändern waren so vorhersehbar wie traurig. Gleichwohl bemerkte ich einen Druck, sich abgrenzen und positionieren zu müssen. Als wäre es nicht selbstverständlich, dass man mit dem Herzen und im Gebet bei den Opfern dieser grässlichen Attacke ist und die Angriffe verurteilt.

Manchmal sollte man vielleicht einfach einen Schritt zurück treten. Ein anderes großes Thema ist die laufende Generationen-Debatte. Auch in diesem Bereich spüre ich eine latente Forderung nach Positionierung und ich muss zugeben, dass es mir dabei oft unter den Nägeln brennt. Es scheint einen journalistischen Drang zu geben, die Dinge unbedingt auf das Minimum herunter zu brechen. Vielleicht ist das gemeinsame Ereignis dieser Generation aber, dass es gar kein großes, zusammenführendes Ereignis gibt. Natürlich weiß jeder, was er oder sie am 11. September 2001 gemacht hat, jedoch muss die Frage erlaubt sein: Gab es eine direkte gesellschaftliche Folge für die jungen Menschen, gerade in Deutschland? Dieses Datum und diese Zäsur ist meiner Meinung nach nicht mit der Generation der 1980er Jahre und „ihrem“ Mauerfall vergleichbar. Aber das nur als kleiner Teaser, denn dieses Thema verlangt eine tiefere Widmung, zumal Altersgenossen ja ganze Bücher damit füllen. Jedenfalls nervt mich dieses ganze Y-Ding zunehmend und ich finde, an vielen Stellen sind die Mutmaßungen und Antworten schlicht zu einfach.

Im Zuge der Diskussion um die Lügenpresse (ein Begriff, den ich nun wirklich hässlich finde) habe ich mir ebenso Gedanken um meine Mediennutzung gemacht. Ich habe den Versuch gewagt für ein paar Wochen auf die Spiegel Online-App zu verzichten, die ich – zu meinem Leidwesen – fast schon im Automatismus nutzte. Fast täglich ärgerte ich mich jedoch über die dortige Berichterstattung: angefangen hat es insbesondere mit Überschriften, die nicht das betitelten was sich im Text wiederfand. Man hat dann schon teilweise das Gefühl, es kommt nur auf den Klickgewinn und weniger auf den Inhalt an. Die Tagesschau-App und ich sind leider trotzdem nicht warm geworden. Jetzt bin ich gerade dabei, es mal komplett ohne diesen zwischenzeitlichen Nachrichtenkonsum zu probieren. Lieber einmal eine halbe Stunde am Tag bewusst die Nachrichten verfolgen, als immer mal wieder fünf Minuten, in denen man dann aber nicht sonderlich intensiv bei der Sache ist. Verstärkt wird das ganze natürlich durch die Eilmeldungswut. Was habe ich eigentlich davon, sofern ich nicht Bundeskanzler bin, irgendetwas als Erster zu wissen?

So ziehen sich die Themen momentan etwas wie Kaugummi. Warten wir mal ab, was sich in den nächsten Tagen so ergibt, und ob mich die Lust auf das Bloggen wieder packt. Über Dich als Leser würde ich mich jedenfalls sehr freuen.

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